Das Andere      (  Die Entdeckung  )    3       Contakt    

Vorweg eine kleine Geschichte zur Eigentümlichkeit unseres irdischen Daseins. Da lernte ich auf der Erde  jemanden kennen, dessen  Name Niemand war, und der gehörte zum Stamm der Spiegel.  Diese Person hatte keine leichte Jugend, - auf dem Planeten Erde -, auf dem er heranwuchs.
Auf diesem Planeten war es üblich auf die Suche zu gehen, nach  s-einem  eigenen Namen und einem  persönlichen Glück.
Bei dieser Art der Suche entstanden laufend neue Erscheinungen und erforderten von der Person immerzu ein neues reagieren. Dieser Umstand  ermöglichte der Person,  im Spiegel ihrer Zeit allerdings auch ständig neue Interpretationen. 

Die unterschiedlichen Personen befinden sich in diesem Land  in einem ständigen Wettbewerb, und in einer Situation, in der sie sich von etwas trennen müssen. Alles geschieht, befindet sich, in einem wirkendem Gegeneinander,  also letztlich wohl auch,  in dieser Weise, in einem so gearteten  Miteinander.

Es ist ein ständiger Kampf zwischen gut + schlecht, zwischen Ja und Nein. Dieser Kampf ist ihr Lebenselixier. Ihr Traum und ihr Bestreben ist ein endgültiger Sieg und Vollkommenheit. Es wird gelebt als  Hinwendung zu einem vollkommenen Gott, welcher für sie erlebbar wird, je höher und weiter sie in dieses Land   - in die Zeit und dem Geheimnis des Lebens - eindringen.

In dieser Welt, und dessen Wertesystems, herrschen 2 zentrale Begriffe: in ihnen geht es um materiellen Gewinn und Fruchtbarkeit, in einen  Kampf ums Überleben.  Es ist ein Bestreben nach Macht über eine irdische Erscheinungswelt, also letztlich geht es  um ein möglichst zentrales und universelles Spiegelbild, innerhalb ihres zeitlichen Anfanges und zeitlicher Herkunft.

In einer besonderen Weise existiert aber dort auch ein “Anderes”,  eine  Erfahrung welche ihnen ein  Erlebnis ein “Ausserordentliches” eröffnen kann. Es ist die Erfahrung einer wunderbaren, einer von allen Begrenzungen  befreiende, sich zeitlich-auflösende- Lebenskraft, wodurch sich  ihnen, in ihrer kausal-zeitlichen- Existenz, einen Kontakt  mit einer anderen Wirklichkeit eröffnen kann.
Dieses “Ausserordentliche” kommt aus dem “Vor dem Denken” und im Spiegelbild ihrer Zeit, wird es erlebbar,
 als instinktive Sexualität und Liebe.

Um sich diesem Raum begegnen zu können bedarf es allerdings einer Erkenntnis. Die Erkenntnis, wie Zeit unser Dasein begrenzt. Es ist ein Begreifen unserer zeitlichen Unvollkommenheit, ohne die es “das  Feuer der Liebe”, in der ewigen Unvereinbarkeit, zwischen Vollkommenheit und Verrückheit, nicht gäbet.
Der Zugang,  über Anfang und Ende hinaus, bliebe verschlossen.
Die Person bliebe in einem zeitlichen Kreislauf gefangen .
Dort wo  Personen beginnen, sich an  die Liebe, an  ihre Seele und ihre Freiheit zu erinnern, beginnt eine andere Welt, - die Menschenwelt -

Für die Person aus dem  Stamm der Spiegel sah die Sache, sein Leben, besonders nach seiner Pubertät, allerdings erst einmal anders aus. Er war Niemand,  und seine Lage schien ihm  hoffnungslos und leer.  Er sah nur seine Kausalität -.

Wie das Werk einer Uhr lag alles, bezogen aufeinander, fest.  So wie er sich bewegte, so erschien  dies im Spiegelbild seiner eigenen Existenz. Er konnte in seinem Zeitraum wohl alles miteinander in Beziehung setzen, sehen wie alles  zusammenspielte, aber gerade das löste Traurigkeit  in ihm aus. Alles schien ihm sinnlos, so unveränderbar und hoffnungslos.

So wanderte er nun durch den Wald zeitlicher Kausalitäten, kam sich einsam vor, und sehnte sich insgeheim nach Vergessen, nach der Unschuld seiner Kindheit zurück; zurück zu der Zeit als er gefangen in einer jeweiligen Perspektive, voller Enthusiasmus, dieser Idee, dieser  jeweiligen separaten, personellen, Wahrheit noch verfolgen konnte.

Und als er in dieser erlebten Einsamkeit so ging, begegnete ihm Jemand. Und als beide sich ansahen öffnete sich ein Erkennen. Er erfuhr in dieser besonderen Begegnung, von einem Ort in der Zeit, an dem alle Freunde sich immer wieder treffen, in ihrer Begegnung, trotz ihrer Unterschiedlichkeit,  “Eins-Sein” können.

Dieser Ort befand sich in einem Niemandsland, und obwohl dieser Ort eine unendliche Weite hatte, war er nur zu finden wenn man sehr achtsam war.
Viele Orte befanden  sich um dieser - ungeteilten Wirklichkeit -  herum,  und wenn man nicht aufpasste, ihn nur ein wenig  verfehlte, so hatte man sich oftmals ganz schön verlaufen,  was,  das kommt noch hinzu,  man anfänglich gar nicht gleich merkte.
Ja und sah man sich die Umstände genauer an, so wurde einem klar, selbst dann wenn man das Ziel genau getroffen hatte, konnte man sich dessen nie ganz sicher sein, denn dieser Ort lebte aus einem; Jenseits regulärer, zeitlicher,  Überprüfbarkeit .

Auf der anderen Seite aber war es so, dass genau daran,  diese Menschen sich erkannten, die,  die zum Stamm der Freunde gehörten. Und noch etwas viel ihm auf,  suchte er vormals Sicherheit, suchte nach Vollkommenheit, so erlebte er im Land der Freunde eher eine große Freude im Erlebnis einer, sagen wir mal:  einer lachenden, sich verbunden, sich verzeihend, eher wahrnehmend fühlenden, zwanglosen selbstverständlichen Freiheit.
So kam Ihm überraschend der Gedanke : War vielleicht der jeweilige  Ort -zeitlose Wirklichkeit - selbst der Treffpunkt.? Gab es eventuell hier im Niemandsland, im Land der Freunde, gar keinen falschen Ort ?
Und wo war der Unterschied zwischen ihm und der anderen Person geblieben ?  Das Ziel, dieser einmalige Ort -“Hier”- stand  überall zur Verfügung. Hörte er hier auf zu Atmen so verschwand - dort - nur das Bild, im Spiegel der Zeit.

In der nondualen hinduistischen Philosophie der Advaita Vedanta las ich in der Unterweisung von Swami Daynanda hierzu folgende Sätze-: “ Angenommen, ein Mensch hat eine Erfahrung, und nachdem sie vorüber ist, sagt er: Ich war eine Stunde ewig, / Keine Zeit bedeutet zeitlos, und zeitlos bedeutet Ewigkeit. Ob nun eine Stunde Ewigkeit ist oder ein Moment Ewigkeit, es ist immer dasselbe. Das Vertrauen in die Wahrheit kann also nicht von einem Erfahrungszustand abhängig sein. Das Vertrauen in die Wahrheit liegt also  in deiner Klarheit über das, was jetzt ist.   ( - Es ist also die Wahrnehmung und das Erleben eines sich seiner selbst bewusst sein -)
                                                                                                                 

In den vorangegangenen Betrachtungsperspektiven  (Gefangen +Kybernetik) habe ich versucht die Situation + Gestaltung - die Person und den Menschen in der ZEIT -  zu untersuchen.  Das ANDERE, das Niemandsland  selbst aber lässt sich nicht beschreiben, lässt sich in der Zeit nicht  darstellen, oder gar begreifen. Das Andere lässt sich in der Zeit, mit Hilfe der Erkenntnis nur ermitteln, indem wir es von  irdischen Illusionen befreien..
Dazu bedarf es der Unvollständigkeit einer zeitlichen Existenz, nur mit dieser Unvollständigkeit kann uns das Geheimnis des Lebens erfahrbar werden..

Also wie kann der Mensch sich  dem  Anderen, dem Geheimnis des Lebens annähern ? Das Thema selbst ist ja bekannt, bei uns auf der Erde.
Einige versuchen sich dem Geheimnis des Lebens mit Hingabe oder Gebet und ähnlichem zu nähern. Aber in der Regel haben diese Versuche ihren Hintergrund meist  in der Not, dass ihnen in ihrer Existenz als Person,  in der Zeit,  etwas fehlt, dass da etwas nicht stimmt.  Und das ängstigt die Personen, und sehen wir genauer hin, so wird klar, sie wollen die Welt, ihre eigene (Gegenwart) Situation,  nicht wie sie ist (als die Gegenwart einer Bewegung), sie wollen sie gerne beständiger und  kontrollierbarer.

So wollen wir die Welt, die Unvollständigkeit heil machen, heil machen was uns kaputtgegangen scheint, im Reiche eines an sich als vollkommenen gedachten - zeitlosen - Gottes...
Logischerweise kommt  aber eine so angenommene - zeitlose -  Perspektive,  nicht aus der Unvollständigkeit unseres zeitlichen Lebens, sondern kommt aus einem - Ausserhalb - unserer  zeitlichen Existenz. So eine Perspektive kann  nur durch die Auflösung zeitlicher Bemühungen zur ihrer  Stimmigkeit finden, nur durch eine zeitliche Sterblichkeit, sich aus den Versuchen unserer zeitlicher Vervollkommnung herauslösen. Nähmlich, indem sie sich aus ihrer zeitlichen Fixierung trennt, sich trennt, von einer Welt die auf einen Anfang und Ende begründet besteht.

Im Grunde ist die eingenommenen Perspektive in diesem Handeln das Gegenteil, von dem was vorgegeben wird. Mit ihr wird verneint, dass für die Person des Menschen, dass die Welt in der Zeit,  nur aus anfänglicher, erster, immerwährender Geburt “einer sich immerzu offenbarenden Gegenwart” besteht, die hier in der Zeit, nur noch bejaht, gewagt, und unterschiedlich interpretiert werden kann, -,  Wir haben allerdings schon die Möglichkeit, die sich offenbarenden Gegenwart einer jeweiligen Perspektive zu erkennen, haben aber keinen wirklichen Einblick, in das Geheimnis ihrer Herkunft, die kommt aus einem ANDEREN. 
Letztlich bestehen die Gestaltungs-Möglichkeiten  für uns  nur noch in  der Art und Weise - wie wir  denken -, wie wir das schon Geschehene, (die gegebene, auslösende, Perspektive) verstehen,  wie wir das uns Anvertraute, das für uns anfänglich-Gegenwärtige, interpretierend verstehen und gestalten.

Und so ist die Situation für die Person gegeben, dass Diese an ihrem eigenen Tun (sich selbst-ergründen) in ihrem Leben nicht vorbei kommt.
Es
stellt sich in der Zeit also nichts weiter dar-, als der Spiegelzauber unserer eigenen, eine (kollektiv)  mit uns wirkende zeitliche Handlungsweise dar,  mit der wir in einer gegebenen  Gegenwart existieren.

Es wird allerdings die Vergangenheit und das Unbekannte immer wieder benutzt, wird  von der Person,  (als ein Anfang gedacht - z.B. als Urknall oder sonstwas) -  in der Zeit - selbst angesiedelt, und so werden eigene, unbewusste Bereiche (zeitliche Gewohnheiten und Vorstellungen),  als Gottes Wille und als eine gegebene Realität  interpretiert.
DAS ANDERE selbst,  ist aber keiner zeitlichen Vorstellung zugänglich.
Das Andere ist Jenes von dem ich erkenne, dass es sich nur jenseits meiner Gedanken befinden kann und sich mir als Mensch nur eröffnen kann, mit einem Tun, gerade in der Weise, indem ich es von meiner zeitlichen  Vorstellung trenne. Es sind heilige Orte an denen die Zeit uns Fenster in eine andere Dimension eröffnet. Diese Orte können in der Zeit nicht betreten werden. 

Hier fällt mir ein, in dem Film ”Contakt” mit Jodi Foster werden die Begegnung  mit dem ANDEREN und auch die Begleitumstände, die Unmöglichkeit der Übersetzung, ergreifend geschildert,  in einer unstillbare Sehnsucht und Mut, das Unmögliche gewagt  in einer  Leidenschaft, mit der sie Wissenschaft betreibt. 
 Schön das es Dich gibt.! 

Dagegen basiert alles was Form oder Gestalt annimmt, auf der Grundlage einer eingenommenen Perspektive. Diese eingenommenen Perspektive ist Beginn der zeitlichen  Unterscheidung. So ist die  Perspektive also zentral Jenes, aus der die Realität der Person,  in der Zeit,  besteht und letztlich auch die heiligen Orte begründet sind.

So ist diese Realität, oder eben die  (mit uns) wirkende Perspektive selbst Ausgangspunkt jedes  Geschehens. Jedes Lebewesen, jede Tat,  ist somit letztlich eine Idee, trennte sich  als Perspektive aus der Grenzenlosigkeit einer Raumzeit heraus,  ist ein aus  dem Ganzen herausgetrennter -sich- zeitlich darstellender (in einer Unvollständigkeit bestehender) Wiederstand .

Sehen wir also genau hin, begreifen wir, die Perspektive ist die grundlegende Aktion. Taucht eine Perspektive  in der Zeit auf,  (der Erde)  so befindet sie sich, gemessen an ihrer Geburt, (der Zentrale- Sonne)  schon immer im Zustand ihrer Vergangenheit, ist jetzt, so,   eine der unendlichen Möglichkeiten des ANDEREN, in der Zeit - und  ist vergänglich (gebärend) geworden.

Also Achtung, Geburt + Vergangenheit, gibt es natürlich nur in der Zeit.  Und so ist es so, dass  es natürlich  auch das ANDERE hier ohne die Perspektive eines Bewusstseins gar nicht gäbe, Jenes gar keine Realität hätte. Und so kann uns klar werden, gerade dadurch,  dass wir zum ANDEREN (dem uns Unbekannten, dem nicht Verstehbaren) eine Perspektive gewinnen, kann uns das ANDERE (Wunder des Lebens) realer werden, können wir dem ANDEREN,  in der Zeit einen - dem Unbekannten (Anderen) -  gebührenden Platz frei machen. 

Verstehen wir nun, dass die Perspektive und das ANDERE in der Zeit ein und dem selben Ort angehört, nämlich einem Ort an dem für die Person alles beginnt, die Perspektive sich realisiert, einen Ort darstellt, an dem wir anfänglich nur Bewegung (uns Erblicken) sind, zu diesem Ort jetzt aber auch eine Perspektive gewinnen können, so dass wir nun  Zeuge unserer eigenen Existenz werden können,  und dies gerade dadurch, dass wir unsere jeweilige Perspektive hin und wieder verlassen können, uns aus einer neu gewonnenen Perspektive (ohne unbewusst vergehen zu müssen) dem ANDEREN öffnen..  (aktiv und unvoreingenommen, beobachten, Erblicken was ist)

Von einigen Menschen, die die Übung des—Latihan Kedjiwaan --  machen, wurde mir erzählt, dass sie in ihrer Übung manchmal einer Angst begegnen . Das ist logisch; denn dort wo wir der  Entstehung einer neuen Perspektive, dem ANDEREN begegnen, begegnen wir als Person auch der Vergänglichkeit (dem Sterben der Gewohnheit).

So ist Angst wohl auch ein Anzeichen dafür, dass uns hier das ANDERE (in der Zeit) gegenwärtig wird.    Und dadurch; dass wir jetzt zum ANDEREN eine Perspektive entdecken, das ANDERE wahrnehmend begegnen  - und nicht mehr nur für unsere zeitlichen Zwecke nutzen wollen -,  verlieren wir eventuell auch die Angst vor der Angst, entdecken das Land der Freunde, in dem die Freiheit wächst, der Tanz tanzt, und wo alle Wesen im Grunde ohne Unterschied  sind,  dieses - wahrnehmend - auch erkennen.
     
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